Problemfans aus Dresden im Visier!

12.09.2013          18.55Uhr           http://www.derwesten.de

Düsseldorf. Sie sind die gefürchtetsten Fans Deutschlands und kommen am Wochenende nach Düsseldorf. Bis zu 4000 Anhänger des Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden werden am Sonntag zur Partie bei der Fortuna erwartet.

Darunter auch rund 300 so genannte Problemfans, die der Düsseldorfer Polizei bekannt sind. „Wir wissen, dass es beim Gegner mehr gewaltbereite Leute gibt als bei anderen Teams in der Bundesliga“, so Polizeisprecher Michael Baum. Man wisse zudem auch um die „feindliche Gesinnung unter den Problemgruppen beider Fanlager“, doch man sei „auf alles vorbereitet“.

Das sollte man auch. Denn einige Chaoten aus den Reihen des Ostclubs haben in der Vergangenheit immer wieder für Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Der Traditionsverein aus Sachsen wurde am 7. März dieses Jahres gar vom Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes für die aktuell laufende Saison vom DFB-Pokal ausgeschlossen. Grund waren die Vorkommnisse während eines Pokalspiels im Oktober 2012 bei Hannover 96. Damals hatte die Polizei auf Dresdener Seite 41 Straftaten verzeichnet, es gab neun Verletzte und drei Festnahmen. Einen Ausschluss aus einem Wettbewerb wegen randalierender Fans gab’s in der Bundesliga bis dato nicht, Dynamo sorgte damit für einen Präzedenzfall.

Auch die Fortuna hat sich für kommenden Sonntag gerüstet und wird sich „den Gegebenheiten anpassen“, wie es Vorstandsmitglied Sven Mühlenbeck, Organisationschef bei den Heimspielen, formuliert. „Dresden ist nicht Sandhausen, die mit 200 Anhängern kommen“, deshalb werde man auch rund um den Dynamo-Block mit voller Ordnerstärke antreten. Das heißt, allein für den Einlassbereich im Gästeblock werden 60 Mitarbeiter der Firma Klüh Security abgestellt sein, dazu kommt Sicherheitspersonal, das an den Fluchtwegen und natürlich vorm Block postiert ist. „Insgesamt reden wir von 190 Leuten, die nur für Dresden zuständig sind“, so Mühlenbeck.

Der DFB hat das Spiel in der Arena überraschenderweise nicht als Risikospiel eingestuft, „weil“, so ein Sprecher des Fußball-Verbandes, „keine Erkenntnisse zu geplanten Sicherheitsstörungen vorliegen“. Nach „eingehender Prüfung der Sachlage und in Absprache mit beiden Vereinen“ habe man diese Begegnung als „Spiel unter Beobachtung“ eingestuft. Eine DFB-Sicherheitsaufsicht wird – analog zu Risikospielen – vor Ort sein.

„Wir hatten allerdings in der Vergangenheit keine großen Probleme bei unseren Heimspielen gegen Dresden“, sagt Sven Mühlenbeck. Das könne aber auch damit zusammenhängen, dass es im Vorfeld der Dresdner Düsseldorf-Reisen schon häufig empfindliche Strafen für den Verein gab – eben wegen seiner Fans. „Und auch dieses Mal“, so Mühlenbeck, „hoffen wir auf einen nachhaltigen Effekt nach dem Pokalausschluss“.

Der letzte Spiel in der Arena zwischen Dynamo und Fortuna fand am 4. November, an einem Freitag um 18 Uhr statt. In der so genannten Nachspielphase gab es damals „keine besonderen Vorkommnisse“, meldete die Polizei. Einigermaßen beruhigend für die Düsseldorfer Ordnungshüter ist zudem, dass der Kick an einem Sonntagnachmittag steigt. „Üblicherweise fahren die auswärtigen Fans an Sonntagen nach dem Schlusspfiff nach Hause und gehen nicht mehr in die Altstadt“, so Polizeisprecher Baum.


 

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